Restaurant Peakock Palace, Abu Dhabi, VAE

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Noch vor rund 40 Jahre bestand Abu Dhabi hauptsächlich aus einfachen Beduinensiedlung ohne Elektrizität und Kanalisation. Doch mit der Entdeckung des Erdöls in den 60er Jahren hat sich die Stadt in kaum vorstellbarer Geschwindigkeit zu einer modernen Metropole gewandelt, in der moderne Hochhäuser und 5-Sterne Hotels das Stadtbild dominieren. In den Zwischenräumen stehen einfache Wohnhäuser, kleine Moscheen und Marktstände, die einen gewöhnungsbedürftigen, architektonischen Kontrast liefern, das Stadtbild aber auch irgendwie interessant machen.

Und so erleben wir an einem Abend im September 2006 einen skurrilen Abend im Peakock Palace, einem Restaurant, das Spezialitäten aus Sri Lanka serviert und uns von einem Kollegen empfohlen wurde. Nur mit Mühe findet man das versteckte und baufällige Hochhaus an einer verstaubten Baustelle irgendwo in der Khalifa Street. Das Restaurant im ersten Stock des Hauses – direkt über dem Teppichladen „Magic carpet“ – besteht im wesentlichen aus einem schummrigen und heruntergekommenen Raum, der so überfüllt ist, dass man nur mit Mühe einen der letzten Tische bekommt. Sofort ist man eingehüllt von schwallartig aus der Küche in den Raum kriechenden Küchendüften, die von der eigenwilligen Interpretation der indischen Küche zeugen. Für musikalische Untermalung sorgt eine gelangweilte Band mit englischen Country Songs. Wir winken dem schlecht gelaunten Ober und wählen unser Essen auf der plastikverschweißten Speisekarte aus. Dann fällt mir auf, das dem Gast – quasi als gleichwertige Alternative zur Band – eine weitere Unterhaltung angeboten wird: direkt neben der Bühne läuft auf einem Großbildschirm eine alte Folgen von „Die Straßen von San Francisco“, und zwar ist etwa der gleichen Lautstärke. Dies scheint jedoch keinen der anwesenden Gäste – ausnahmslos besser verdienende lokale Gastarbeiter – sonderlich zu interessierten. Ich frage mich, warum die ganze Szenerie an Tarentino’s Titti Twister in „from dusk till dawn“ erinnert? Wir spülen das extrem scharfe Essen mit Arrak herunter und kommen mit Jens und Machmut ins Gespräch, zwei Expats, die hier seit 2 Jahren eine IT-Lösung einführen. Ca. 5-6 Arrak Runden später verabschieden wir uns und verlassen den seltsamen Ort.

Als wir den Abend zwei Tage später wiederholen wollen, ist von dem Hochhaus jedoch nur noch ein Schuttberg übrig, der in der Folgezeit dem nächsten modernen Hochhaus weichen wird.

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Posted: 5. Januar 2017

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Category: Restaurant