Il Casolare & Admiralbrücke, Berlin-Kreuzberg, Deutschland

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Bevor die Sonne versinkt, taucht sie den Landwehrkanal noch einmal in goldenes Licht. Es ist voll im Il Casolare, einem Italiener am Planufer in Berlin-Kreuzberg. Die Gäste sitzen dicht gedrängt an langen Holzbänken, man wartet auch an diesem Tag wieder ewig auf sein essen und ein tätowierter Kellner nimmt mit stoischer Ruhe die Bestellung auf. Doch das stört hier keinen, denn die Pizza ist einzigartig. Doch es ist nicht nur das Essen, das den Ort angenehm macht, sondern die ganz besondere Atmosphäre: Das Stimmengewirr der vielen Gäste auf der Terrasse mischt sich mit dem Lärm der Straßenmusiker auf der gegenüberliegenden Admiralbrücke und verschmilzt zu einem dumpfen, beruhigenden Klangteppich. Die Gegend ist einer der romantischsten Plätze der Stadt – an lauen Sommerabenden werden der Platz vor dem Restaurant und die Brücke von Hunderten Menschen bevölkert. In der Regel komme etwa die Hälfte der Menschen hier aus der Gegend, die andere Hälfte seien Touristen, heißt es.

Die meist jungen Leute sitzen auf Betonpollern und Bordsteinen, sie plaudern, spielen Backgammon, ein Mann liest Marc Aurel, fünf Franzosen spielen Karten. Einige haben im Restaurant eine Pizza bestellt und essen diese aus einem Pappkarton.

Früher sei es schöner gewesen, sagt einer, als noch all die Musiker, Künstler und Jongleure kamen. Doch nachdem sich Anwohner über Jahre über Lärm und Müll beklagt hatten, schickte der Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg schließlich Mediatoren zum Beschwichtigen. Weil das nichts half, kommt nun die Polizei. Seitdem ist es etwas ruhiger geworden. Voll ist es bei schönem Wetter trotzdem. Bier gibt es in einem kleinen Zeitungsladen an der Ecke, wo immer eine lange Warteschlange an der Kasse steht. Der Inhaber hat vor geraumer Zeit seinen Lagerraum wegen des Andrangs in einen Verkaufsraum umgewandelt heißt es. Sechs Meter lang ist die Kühlschrankfront und es gibt mindestens 20 Sorten Bier.

Wenn der Polizeiwagen über die Brücke rollt, ist es Zeit für den Aufbruch. Die Beamten sind zu allen ausgesprochen höflich. Man bitte darum, die Brücke zu verlassen, heißt es. Fragt doch mal jemand nach dem Grund, erklären die Polizisten, dass die Anwohner ihre Ruhe bräuchten und wünschen „einen schönen Abend noch“. Das Volk zieht dann weiter in eine der vielen Kiezkneipen oder auf die Wiesen am Kanal. Manche setzen sich aber auch auf die Terrasse des inzwischen leerer gewordenen Il Casolare und genehmigen sich noch ein Peroni Bier.

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