Chaweng Beach, Koh Samui, Thailand

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Wer nach Koh Samui kommt, muss wissen dass die Insel im Golf von Thailand überhaupt erst seit ca. 25 Jahren auf der touristischen Weltkarte verzeichnet ist. Davor gab es neben den ca. 30.000 Einwohnern, die vom Verkauf von Kokosnüssen lebten, nur eine Hand voll bekiffte Hippies, die mühsam per Versorgungsschiff auf die Insel kamen und dann in einfachen Fischerhütten an den einsamen Stränden lebten und Singha-Bier tranken. (Das müssen Zeiten gewesen sein: Man konnte sich tagelang dem Joga hingeben, die Haare langsam verfilzen lassen und endlich noch einmal Moby Dick oder einen anderen Schinken lesen.) Seit damals hat sich Koh Samui unglaublich verändert. Täglich kommen ein paar tausend Touristen auf der Insel an, es gibt Direktflüge nach Singapore und Hong Kong, Time-Sharing Anlagen, Burger Supermärkte, Anwendungszentren, Paintball und Go Kart Bahnen und eine betonierte 50 km lange Ringstraße.

Letztes Jahr gab es auf Koh Samui 480 registrierte Bungalows und Hotelanlagen mit ca. 15.000 Zimmern. Einfache Strandhütten für 100 Baht gibt es nicht mehr, die Preise beginnen bei etwa 400 Baht, wenn man auf Fan, gute Matratze und Sauberkeit Wert legt. Für ein wenig Komfort wie AC zahlt man am Chaweng Hauptstrand 600 Baht. Bessere Unterkünfte, Hotels und Luxus Resorts können problemlos in den einschlägigen Reisebüros in Deutschland ab 1500 Baht gebucht werden. Es gibt die Produkte der ersten Welt zu Preisen der Dritten, die Thais sind zum Umfallen freundlich, das Meer ist sauber und es scheint fast immer die Sonne. Wer westliche Zivilisation braucht, fährt auf dem Mofa ein paar Kilometer zum nächsten Supermarkt und kann dort problemlos Scheiblettenkäse, Tiefkühlpizza, und Hakle Feucht kaufen, es gibt Nutella für die Kleinen und die BZ für den Papa.

Wenn es Abend wird und man durch die Hauptstraße von Chaweng schlendert, bemerkt man staunend die verschiedenen Bars, Nachtclubs, Hotelanlagen, Supermärkte, shops und eine schier endlose Auswahl an Restaurants. Überall verkünden Schilder, dass man Deutsch spricht, aber auch Svensk und English. Kellner und Bierpromotion-Damen stehen am Eingang und versuchen ihr Lokal zu füllen: cheap, cheap, sagen Sie, immer hereinspaziert. In den Restaurants gibt es alles, was das Touristenherz begehrt: Riesen Burger vom Grill, Pizza aus dem Steinofen, Steaks aus Chile oder Argentinien, Rotweine aus Frankreich oder Südafrika und Austern aus Chile. Die Preise sind hoch, für ein kleines Tiger Bier zahlt man 60 Baht. Während man auf das Essen wartet, kann man wunderbar das vorbeiströmende Panoptikum an Welttouristen beobachten: es gibt Engländer und Deutsche, die zum Kampftrinken und Krakelen auf die Insel kommen und die Fußballkneipen in Beschlag nehmen, den alternden Hippie, der mit langen Haaren und verblichenen Tattoos missmutig dreinschaut und sich wundert, wie schnell sich alles verändert hat. Oder das Rentnerehepaar aus Bad Berneck, das knackbraun in Otto s Country Pub und Restaurant sitzt, auf der Insel überwintert hat und sich über das schlechte Deutsch der Thais beklagt. Die russische Fraktion ist zum Glück (noch) in allzu zahlreich vertreten.

Das Problem der Insel ist, dass sie genauso traumhaft ist, wie sie in den Hochglanzprospekten dargestellt ist. Das hat jedoch zur Konsequenz, dass sich die Preisspirale immer weiter hochschraubt, und immer mehr Touristen kommen, bis es irgendwann vielleicht auch so aussieht wie auf Mallorca oder Teneriffa Süd.

 

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Posted: 7. Januar 2016

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Category: Strand

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