Palacio Artisania, Havanna, Kuba

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Zweifelsohne eines der interessantesten und mittlerweile auch gut verdaulichen Reiseländer ist Kuba. Seit Raúl Castros Reformen, die im Jahre 2008 mit dem privaten Handel und der Einführung legaler Berufe wie Taxifahrer oder Vermieter begannen, erwacht das Karibikarchipel langsam aus seinem 50-jährigem sozialistischen Tiefschlaf. Ungefähr seit der gleichen Zeit hat auch der Zulauf an Touristen jeglicher Couleur stetig zugenommen. Auf den Straßen trifft man Backpacker, die sich auf eigene Faust im überfüllten Yutong-Bus über die Insel schieben, immer auf der Suche nach der günstigsten Casa Particular, es gibt Reisegruppen aus China, Russland oder Spanien, die angeführt vom umtriebigen Gruppenleiter zu den besten Fotospots oder „geheimen“ Hinterhof-Zigarrenverkäufern hetzen und es gibt Schüler, die einfach nur zum Spanisch lernen kommen.

Die Ankunft auf dem Flughafen Havanna ist ein Erlebnis, das man mitgemacht haben muss. Empfangen wird man dort nämlich von äußerst schlecht gelaunten Beamtinnen in engen Uniformen, deutlich zu kurzen Röcken, Netzstrumpfhosen und hohen Schuhen. Dazu gesellen sich ein paar strenge Beamten mit dunklen Sonnenbrillen und kleinen runden Spürhunden. Um das Cabaret perfekt zu machen: für die Überprüfung der Gesundheitsstandards bei der Einreise gibt es zwei Damen in weißen engen Kitteln, wieder Netzstrumpfhosen und albernen Ärztemützchen.

Dann, am Gepäckband, merkt man das zweite Mal, das etwas anders ist: die Ausgabe dauert endlos – lässt sich aber mit bereits eingetauschten Pesos deutlich beschleunigen. Pech hat man hingegen, wenn das Gepäck am Umsteigeflughafen Nassau doch nicht mit eingeladen wurde, da der Laderaum bereits mit unzähligen Luxusgütern aus den USA wie Flatscreens, Microwellen oder Stereoanlagen befüllt war.

Für die Fahrt in die Innenstadt von Havanna stehen entweder unauffällige Kleinwagentaxis oder Oldtimer mit getunten russischen Austauschmotoren zur Verfügung. Beide Fahrzeugtypen sind relativ laut, äußerst schlecht gewartet und natürlich Lichtjahre von europäischen Abgasstandards entfernt.

Wenn man dann schon mal in Havanna ist, lohnt ein Besuch des Palacio de la Artisania in der Altstadt. In dieser vereinfachten, kubanischen Variante eines Kaufhauses gibt es neben Läden mit Holzmasken, Stickereien und anderem Schnickschnack aber auch einen der besten Zigarrenläden des Landes. Zu diesem gelangt man über eine schmale Treppe aus dem Innenhof. Die Räumlichkeiten sind klein, niedrig und es riecht nach Staub, nassen Handtüchern und kaltem Tabak. Eine recht ansehnliche Sammlung vergilbter Zeitungsartikel über die prominenten Besucher des Geschäfts an den Wänden zeugen von der großen Geschichte des Geschäftes. Demnach haben sich hier neben den Stammgästen Che Guevara und Fidel Castro auch Hemmingway, Churchill und Schwarzenegger die eine oder andere Partagas, Cohiba oder Montecristo gegönnt. Daneben bietet einem Ernesto aber auch eine Auswahl sehr guter Zigarren der Hausmarke an, die am besten direct vor Ort zu einem alten Havanna Club oder Santiago de Cuba geraucht werden können.

Cuba #64, e/ Cuarteles y Peña Pobre, Habana Vieja

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Posted: 26. Dezember 2015

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Category: Geschäft